Experten-Interviews

Ausgabe Februar 01/2015

Glücksforschung: Wir stecken in einer Statustretmühle

Geld allein macht nicht glücklich, besagt ein Sprichwort. Die Glücksforschung bestätigt dies. Der renommierte Glücksforscher und Ökonom Mathias Binswanger erläutert, weshalb es in unserer Wohlstandsgesellschaft so schwierig ist, glücklich zu sein.

Von: Wolf-Dietrich Zumach  Teilen Kommentieren 

Wolf-Dietrich Zumach

Wolf-Dietrich Zumach ist nach diversen Führungspositionen in Verlagen seit 2004 selbständiger Berater für Medienunternehmen. Als Entwickler und Ideengeber hat er ein starkes Interesse für innovative Querdenker und Businessideen. Er verfügt über mehr als 15 Jahre Verlags-Know how und hat seit 2007 für WEKA Business Media schon weit über 100 Fachinterviews im Print-, Audio- und Videoformat durchgeführt und produziert.

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Glücksforschung

Mathias Binswanger, Glücksforscher und Ökonom

personalSCHWEIZ: Herr Binswanger, was ist Glück?
Mathias Binswanger: Glücksforscher gehen davon aus, dass man das Glück in zwei Komponenten aufteilen kann: Die eine, eher längerfristig angelegte Komponente ist das, was man im Deutschen als die allgemeine Lebenszufriedenheit bezeichnet. Die andere Komponente ist das eher kurzfristige emotionale Wohlbefinden, das im Tagesverlauf stark schwanken kann. Habe ich zum Beispiel ein gutes Essen gehabt, bin ich glücklich, stehe ich danach im Stau, bin ich unglücklich. Beide Komponenten sind gleich wichtig, weil das Glück einerseits in kurzfristigen Glücksmomenten bestehen kann, aber andererseits auch in einer längerfristigen Grundzufriedenheit mit dem Leben im Allgemeinen. Diese beiden Komponenten hängen aber auch zusammen, weil jemand, der mit dem Leben zufrieden ist, auch viel eher in der Lage ist, kurzfristige Glücksmomente zu geniessen. Dies gilt auch für den umgekehrten Fall: Jemand, der nie kurzfristige Glücksmomente erlebt, ist auch nicht mit seinem Leben zufrieden. Glück wird also in der Glücksforschung gar nicht definiert, sondern man geht davon aus, dass, wenn sich jemand glücklich fühlt, er auch glücklich ist.

Lässt sich das Glücksbefinden messen?
Glück ist etwas sehr Individuelles, das man subjektiv empfindet und das sich daher eher schlecht messen lässt. Ein Messgerät hierfür gibt es nicht, es bleibt also nur die Möglichkeit von Befragungen. Das hat natürlich seine Tücken, weil man weiss, dass Menschen bei Befragungen ihr Glücksbefinden in der Regel zu positiv angeben. Das nennt man in der Forschung Social Desirability Bias. Das scheint in der Schweiz sehr ausgeprägt zu sein, da die Schweiz im internationalen Vergleich immer sehr gut abschneidet, ganz nach dem Motto: «Wir haben alles, da muss man ja zufrieden sein.» Wenn ich mir aber nach einem längeren Auslandsaufenthalt die Menschen auf der Strasse anschaue, begegne ich nicht sehr vielen fröhlichen Gesichtern. Man muss solche Umfrageergebnisse also immer mit einer gewissen Vorsicht interpretieren.

«Geld allein macht nicht glücklich», sagt ein bekanntes Sprichwort. Stimmt dies aus wissenschaftlicher Sicht?
Das stimmt zu einem grossen Teil, aber nicht pauschal. Der Zusammenhang zwischen Geld und Glück ist relativ komplex. Wenn man nämlich einzelne Länder miteinander vergleicht, kann man feststellen, dass es bis zu einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen von ca. 20‘000 US-Dollar pro Jahr einen Zusammenhang zwischen steigendem Einkommen und steigendem Glück gibt. Wenn dieser Schwellenwert aber einmal erreicht ist, lässt sich kein solcher Zusammengang mehr beobachten. Wenn also in einem Land wie der Schweiz, wo das durchschnittliche Einkommen weit oberhalb dieses Schwellenwerts liegt, die Wirtschaft weiter wächst, führt das nicht dazu, dass die Menschen im Durchschnitt glücklicher oder zufriedener werden. Auf der anderen Seite zeigt aber die Glücksforschung, dass – bezogen auf ein bestimmtes Land – die reichen Menschen glücklicher sind als die ärmeren. Das klingt zunächst wie ein Widerspruch. Hier müssen wir aber berücksichtigen, dass Menschen sehr stark relativ und nicht absolut denken. Das heisst, man vergleicht sich mit seiner Umgebung – und da gibt es welche, die schneiden im Vergleich relativ gut ab, aber auch andere, die schlecht abschneiden. Diese Menschen sind dann unzufriedener, weil sie das Gefühl haben, mit den anderen nicht mithalten zu können, sich nicht das leisten zu können, was andere sich leisten können, kein gesellschaftliches Ansehen zu haben usw. Wenn ein Land im Ganzen nun zwar reicher wird und ein Wirtschaftswachstum aufweist, ändert sich daran aber gar nichts. Die Menschen am unteren Rand der Gesellschaft sind nach wie vor unzufrieden, weil sie sich jetzt mit dem neuen höheren Durchschnitt vergleichen, da ihre Umgebung reicher geworden ist. Dies erklärt zum Teil, wieso Menschen mit wachsendem Einkommen oberhalb des erwähnten Einkommensschwellenwerts im Durchschnitt nicht glücklicher werden. Das Ganze ist eine Art Nullsummenspiel, das auf höherer Ebene immer weitergeht.

«Mit steigendem Einkommen verwenden wir mehr Zeit auf Tätigkeiten, die besonders unglücklich machen, wie zum Beispiel Pendeln. Auf der anderen Seite bleibt immer weniger Zeit für glücklich machende Tätigkeiten, wie etwa mit Freunden zusammen zu sein.»

Aber können reiche Menschen nicht vermehrt solche Dinge tun, die glücklich machen?
Häufig nicht. Hier kommen Untersuchungen ins Spiel, die aufzeigen, in welchen Momenten Menschen im Verlauf eines Tages besonders glücklich oder unglücklich sind. Die Zeit, in der Menschen am unzufriedensten sind, ist die Zeit, in der sie zur Arbeit pendeln. Besonders zufrieden sind Menschen hingegen, wenn sie ihr Sozialleben pflegen und zum Beispiel mit Freunden gesellig zusammen sind. Wie ändert sich das nun, wenn das Einkommen zunimmt? Untersuchungen zeigen, dass die für das Pendeln aufgewendete Zeit mit steigendem Einkommen zunimmt. Das liegt auf der Hand, denn je grösser das Einkommen, desto grösser ist auch die Wahrscheinlichkeit, ein Einfamilienhaus zu besitzen, das wiederum weiter vom Arbeitsort entfernt liegt. Mit steigendem Einkommen verwenden wir also mehr Zeit auf Tätigkeiten, die besonders unglücklich machen, wie zum Beispiel Pendeln. Auf der anderen Seite bleibt dadurch auch immer weniger Zeit für glücklich machende Tätigkeiten, wie etwa mit Freunden zusammen zu sein. Es ist also keineswegs so, dass man mit höherem Einkommen vermehrt Dinge tun kann, die glücklich machen. Im Umkehrschluss heisst das jetzt aber natürlich nicht, dass arme Menschen solche glücklich machenden Tätigkeiten mehr als reiche Menschen ausüben können – denn wenn man mit dem alltäglichen Überlebenskampf beschäftigt ist, ist das anstrengend und mühsam.

Wie wichtig ist die Arbeit für ein glückliches Leben?
Die Arbeit spielt eine zentrale Rolle für das Glück und die Zufriedenheit, da wir einen grossen Teil unseres Lebens mit Arbeiten verbringen. Doch auch der Zusammenhang zwischen Arbeit und Glück ist komplex. Wir stellen auf der einen Seite fest, dass Menschen, die arbeitslos werden, einen sehr starken Rückgang ihrer Lebenszufriedenheit erleben. Man könnte daraus schliessen, dass die Arbeit sehr viel zu Glück und Zufriedenheit bei Menschen beiträgt. Doch man muss hier aufpassen, denn es ist in der Regel nicht die Arbeit an sich, die Arbeitslose vermissen, sondern das mit der Arbeit verbundene gesellschaftliche Ansehen. Auch das eigene Selbstwertgefühl leidet bei Arbeitslosigkeit stark. Auf der anderen Seite zeigen aber Studien, dass Menschen während der Zeit, in der sie arbeiten, häufig nicht sehr zufrieden sind.

Wo liegen die Gründe für diese Unzufriedenheit bei der Arbeit?
Das liegt zu einem grossen Teil an dem heute vorherrschenden Arbeitsklima in vielen Unternehmen, wo man oft auf Misstrauenskulturen trifft, die alle Mitarbeitenden erst einmal unter den Generalverdacht der Leistungsverweigerung stellen. Die implizite Annahme bei solchen Systemen ist ja die folgende: «Ihr könntet alle mehr leisten, wenn ihr nur wirklich wolltet. Deshalb müssen wir aus euch eure zusätzliche Arbeitsleistung mit einem Zuckerbrot-und-Peitsche-System herausholen.» Das führt von Anfang an zu einem nicht sehr angenehmen Arbeitsklima, das auch nicht glücksfördernd ist, da man als Mitarbeitender ja von vornherein als schwarzes Schaf betrachtet wird. Man muss erst einmal mit überdurchschnittlicher Leistung beweisen, dass man nicht zu den schwarzen, sondern zu den weissen Schafen gehört. Und am Ende des Jahres werden alle Mitarbeitenden wieder auf den Status «schwarzes Schaf» gesetzt und müssen erneut den Beweis antreten, ein weisses Schaf zu sein.

«Jeder Einzelne hat das Gefühl, er könne besser werden als alle anderen. So kommen zwar alle auf ein immer höheres Niveau, aber der Kampf um die relative Verbesserung geht immer weiter. Diese Statustretmühle fördern wir heute sehr stark, indem wir eine Kultur etabliert haben, in der wir uns immer vergleichen sollen.»

In Ihrem Bestseller «Die Tretmühlen des Glücks» beschreiben Sie vier Tretmühlen, die Glück versprechen, es aber in Wirklichkeit verhindern. Warum sind in unserer Gesellschaft viele Menschen in einer Statustretmühle gefangen?
Die Statustretmühle hängt damit zusammen, dass Menschen – wie schon erwähnt – relativ denken und sich mit ihrer Umgebung vergleichen, also mit relevanten Personen, mit denen man im Alltag zu tun hat, wie Familienmitglieder, Freunde, Arbeitskollegen oder Nachbarn. Da können natürlich nicht alle besser abschneiden als alle anderen. Trotzdem hat aber jeder Einzelne das Gefühl, er könne besser werden als alle anderen. Die anderen glauben aber genau dasselbe. So kommen zwar alle auf ein immer höheres Niveau, aber der Kampf um die relative Verbesserung geht immer weiter. Diese Statustretmühle fördern wir heute sehr stark, indem wir eine Kultur etabliert haben, in der wir uns immer vergleichen sollen. Überall werden Rankings und Benchmarks erstellt. Uns wird eingeredet, dass man der Beste sein muss oder zumindest zu den Top 3 gehören sollte, wenn man etwas macht. Wir haben also eine extreme Vergleichskultur geschaffen und da ist es dann auch sehr schwierig, aus dieser Statustretmühle herauszutreten, wenn man in einer Umgebung lebt, in der das Vergleichen ständig weiter forciert wird.

Sie kritisieren auch unsere Multioptionsgesellschaft. Aber ist eine grössere Auswahl an Angeboten nicht besser als eine kleinere oder gar keine Auswahl?
Menschen haben bestimmt gerne eine Auswahl oder mehrere Möglichkeiten. Aber sie bevorzugen eine Auswahl, bei der man alle Optionen überschauen kann und bei der es vernünftige Kriterien gibt, anhand deren man entscheiden kann, was die beste Option ist. Und natürlich muss auch noch genügend Zeit vorhanden sein, um diesen Entscheid zu treffen. Wenn die Auswahl hingegen unübersichtlich ist und man gar nicht mehr weiss, wie man optimieren soll, dazu noch die Zeit bei der Auswahl fehlt, dann wird aus der Freude an der Wahl zunehmend eine Qual der Wahl. Das haben Psychologen z.B. anhand des folgenden Experimentes untersucht: Eine Versuchsgruppe musste aus sechs verschiedenen Schokoladensorten die jeweils für sie beste Sorte auswählen, während die andere Versuchsgruppe dreissig Sorten zur Auswahl hatte. Es hat sich gezeigt, dass diejenigen, die unter sechs Sorten auswählen konnten, nachher zufriedener waren als diejenigen, die unter dreissig Sorten auswählen mussten. Bei sechs Sorten kann man noch vernünftig unterscheiden, bei dreissig Sorten ist man aber schon überfordert.

Vor welche Probleme stellt uns dies im Alltag?
Wenn ich heute in einen Supermarkt gehe und ein bestimmtes Produkt kaufen will, ist die Auswahl häufig noch grösser als im genannten Experiment – und diese grosse Auswahl überfordert uns. Man kann sich das Ganze auch wie ein riesiges Buffet vorstellen. Man konzentriert sich erst einmal auf einen kleinen Teil des Buffets und sucht sich z.B. den optimalen Salat heraus. Im wirklichen Leben wird der Rest des Buffets aber vor der nächsten Auswahl kurzfristig schon wieder ausgetauscht sein, weil das, was vorher das Optimale war, jetzt schon nicht mehr das Optimale ist. Man kann heute nicht ständig alles optimieren und den optimalen Mobiltelefonvertrag, die optimale Versicherung, die optimale Geldanlage oder den optimalen Energiedienstleister haben und dazu noch ein optimales Familienleben führen. Irgendwo muss man also Abstriche machen, denn sobald ich damit beginne, irgendwo zu optimieren, bezahle ich dafür, dass ich woanders einen anderen Entscheid nicht optimal fällen kann, weil die Zeit dafür fehlt. Das führt dazu, dass sich Menschen zunehmend unwohler in dieser Multioptionsgesellschaft fühlen. Dadurch werden plötzlich auch wieder Angebote attraktiv, bei denen man gar keine Auswahl hat, wie z.B. Restaurants, wo es nur ein Menü gibt. Der Gast ist hier von dem «Entscheidungsterror» einer grossen Speisekarte befreit.

«Wir müssen uns von der Idee trennen, für alles immer die optimalen Entscheidungen zu treffen. Damit bleibt auch die Zeit, um sich auf diejenigen Entscheidungen zu konzentrieren, die tatsächlich für das eigene Glück wichtig sind.»

Wie kann man sich selbstbestimmt von diesem «Entscheidungsterror» befreien?
Eine Strategie lautet: «Nicht immer nach dem Besten suchen!» Ich habe es bereits angesprochen – es ist hoffnungslos, für alles immer das Beste zu finden. Es gibt Untersuchungen, die belegen, dass Menschen, die versuchen, immer alles zu optimieren, mit ihrem Leben unzufriedener sind als Menschen, die sagen: «Solange ich mit etwas zufrieden bin, ist das eigentlich gut genug für mich.» Wir müssen uns von der Idee trennen, für alles immer die optimalen Entscheidungen zu treffen, denn in den vielen Fällen, in denen wir mit etwas zufrieden sind, lohnt sich das Optimieren gar nicht. Damit bleibt auch die Zeit, um sich auf diejenigen Entscheidungen zu konzentrieren, die tatsächlich für das eigene Glück wichtig sind.

Als Ökonom sagen Sie, dass die erwähnten Tretmühlen das Wirtschaftswachstum erst ermöglichen. Weshalb ist das so?
In hoch entwickelten Ländern wie der Schweiz wären eigentlich viele Märkte gesättigt, wenn es nur um absolute Bedürfnisse ginge wie zum Beispiel das Bedürfnis nach individueller Mobilität. In der Schweiz haben alle ein Auto, die ein Auto wollen oder brauchen. Dieses Auto würde man von Zeit zu Zeit ersetzen, der Automarkt wäre dann aber kein eigentlicher Wachstumsmarkt mehr. Wenn man es jedoch schafft, mittels der Werbung und der Medien aus einem Auto ein Statussymbol zu machen und damit die Statustretmühle in Gang zu setzen, möchten die Menschen in der Regel ein grösseres, leistungsfähigeres oder luxuriöseres Auto als alle anderen haben. Dann ist der Markt natürlich nicht mehr gesättigt, denn relative Bedürfnisse lassen sich immer weiter ausdehnen. Man kann immer ein besseres Auto als alle anderen haben wollen oder jedes Jahr ein vermeintlich besseres Smartphone. Da die meisten Märkte in den entwickelten Ländern gesättigt sind und die Menschen dort mehr oder weniger das haben, was sie brauchen, spielen diese Tretmühlen eine enorme Rolle, wenn man die Nachfrage und den Konsum weiter am Laufen halten will.

Das heisst, unsere Wohlstandsgesellschaft steckt in Bezug auf das Glück in einem Dilemma?
Tatsächlich haben wir hier ein Dilemma, da auf der einen Seite die Menschen mit der Zunahme des Konsums und dem steigenden materiellen Wohlstand nicht glücklicher oder zufriedener werden, aber auf der anderen Seite unsere Wirtschaft ohne ein gewisses Wachstum nicht wirklich funktioniert. Denn wenn das Wachstum ausbleibt, machen verschiedene Unternehmen keine Gewinne mehr und müssen ihre Tätigkeit einstellen. Dies wiederum führt zu einer steigenden Arbeitslosigkeit und sinkender Nachfrage. Dadurch werden wieder andere Unternehmen betroffen und die Wirtschaft gerät in eine Art Abwärtsspirale.

Welche Strategie empfehlen Sie unseren Lesern, um den «Tretmühlen des Glücks» entgegenzuwirken?
Eine der zehn Strategien, die ich in meinem Buch beschreibe, heisst: «Es ist besser, ein grosser Frosch in einem kleinen Teich zu sein, als ein kleiner Frosch in einem grossen Teich.» Damit meine ich die Wichtigkeit der Suche nach dem richtigen Teich, denn als grosser Frosch in einem kleinen Teich bin ich jemand, habe Geltung und Status. Als kleiner Frosch in einem grossen Teich bin ich hingegen ein Niemand. Es wäre schön, wenn wir in einer Gesellschaft leben könnten, in der es genügend Teiche gibt, was vielen Menschen ermöglichen würde, irgendwo ein grosser Frosch zu sein. Die Realität sieht aber anders aus. Im Zuge der Globalisierung vergleichen wir uns weltweit mit den Erfolgreichsten, den Besten, den Schönsten und den Reichsten und werden so alle zunehmend zu kleinen Fröschen in einem grossen Teich. In diesem Sinne ist die Globalisierung dem Glücksempfinden nicht sehr förderlich, denn es ist besser, ein «Local Hero» als ein «Global Loser» zu sein.

Zur Person

Prof. Dr. Mathias Binswanger ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz in Olten und Privatdozent an der Universität St. Gallen. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Makroökonomie, Finanzmarkttheorie, Umweltökonomie sowie in der Erforschung des Zusammenhangs zwischen Glück und Einkommen. Nach seiner Tätigkeit als Dozent an der Technischen Universität Freiberg in Deutschland, an der Universität Basel und nach einer Gastprofessur an der Quingdao Technological University in China hat Binswanger seit 2008 auch einen Lehrauftrag an der Banking University in Saigon, Vietnam, zum Thema «Financial Bubbles and Crashes». Binswanger publiziert regelmässig Artikel zu Wirtschaftsthemen. Bekannt sind seine über lange Zeit erschienenen Essays in der Weltwoche sowie seine Kolumne in der BILANZ. Der Ökonom und Glücksforscher ist Autor der Bücher «Die Tretmühlen des Glücks» (2006) und «Sinnlose Wettbewerbe» (2010). www.mathias-binswanger.ch

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