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Weniger Appell, mehr Wirkung: Die Hebel des HR für gelungene Teamarbeit
Teams sind wieder chic. Unternehmen haben erkannt, dass das Team der Ort ist, wo die Produktivität gesteigert werden kann. Hinzu kommen temporäre Teams, die als Folge einer flexiblen Arbeitswelt entstanden sind: Projektteams, Taskforces, Gilden und virtuelle Teams. Diese Renaissance erstaunt nicht, denn stabile wie temporäre Teams haben gewichtige Vorteile. Sie bieten die Möglichkeit zu direkter Interaktion und zu Lernen. Das Team ist der Ort, an dem sich neue Arbeitsformen und Verfahren in einem geschützten Rahmen ausprobieren lassen; es ist sozusagen ein Labor des Alltags. Es ist aber auch ein Heimathafen der gegenseitigen Unterstützung.
Kritische Stimmen zu Teamarbeit sind derzeit in der Minderheit, obwohl negative Erfahrungen nicht geleugnet werden können (z.B. «Team = totale Ernüchterung aufgrund Mobbing»). Kollektive Verantwortungslosigkeit und undiszipliniertes Verhalten an Besprechungen machen die erhofften Vorteile schnell zunichte. Damit Teamarbeit befruchtend und nicht behindernd wirkt, ist ein überlegter und gezielter Einsatz erforderlich.
Im Alltag liegt die Verantwortung für die Teamarbeit bei den Führungskräften und bei den Mitarbeitenden. Alle Beteiligten müssen die Fähigkeiten und den Willen zu einer echten Kooperation mitbringen, das gilt in stabilen wie in temporären Teams. Kooperation wird hier verstanden als gemeinsames, aufeinander abgestimmtes Handeln, um individuelle und kollektive Ziele zu erreichen.
Ohne das Unternehmen geht es nicht
Allerdings kann Teamarbeit nicht einfach verordnet werden, bei temporären Teams noch weniger als in stabilen Teams. Selbst wenn auf den ersten Blick die Verantwortung beim Team liegen mag, so hat das Umfeld einen wesentlichen Einfluss auf den Erfolg von Teamarbeit. Den meisten dürfte klar sein, dass es nicht ausreicht, wenn CEOs den «Team-Spirit» beschwören. Tatsächlich können die Geschäftsleitung und das HR viel für ein förderliches Umfeld tun. Dazu gehören sowohl die Werthaltungen im Unternehmen («Kultur») als auch die organisatorischen Rahmenbedingungen.
Eine Lösung, die oft als Erstes auftaucht, sind Workshops für Führungskräfte und Trainings für Mitarbeitende. In der Regel sollen sie die Selbst- und Sozialkompetenzen fördern, die es für Teamarbeit braucht. Solche Trainings sind sinnvoll, sofern sie klar erkennbare Lücken schliessen. Trainings werden idealerweise durch Impulsveranstaltungen ergänzt, bei denen es um echte Themen von Bedeutung im Geschäftsalltag geht, beispielsweise um Strategieentwicklung oder um Innovation. Es sind bereichsübergreifende Formate, die Projektlernen und gemeinsame Problemlösungen bezwecken. Dort können die Teilnehmenden die Vorteile der betriebsweiten Zusammenarbeit hautnah erleben und gleichzeitig wertvolle Kontakte knüpfen.
Noch mehr Wirkung erzielen HR-Fachleute, wenn sie nicht nur bei individuellen Kompetenzen ansetzen, sondern das Team als solches unterstützen, also die Zusammenarbeit «live» verbessern…
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