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Trends im Talentmanagement: Raus aus dem Korsett

Das HR Trend Institute hat zehn Trends prognostiziert, die darauf hindeuten, dass im Talentmanagement in Zukunft individuelle Lösungen statt starre Programme gefragt sind.

Von: Ralph Hofbauer  Teilen 

Ralph Hofbauer

Ralph Hofbauer war Chefredaktor des HR-Magazins personalSCHWEIZ.

 

Trends im Talentmanagement

Das HR Trend Insitute ist meinungsbildend in Personalthemen. Die holländischen HR-Experten Tom Haak und Franck Roebroek berichten auf ihrer Website hrtrendinstitute.com regelmässig über aktuelle Entwicklungen und künftige Trends. Im Herbst 2015 haben sie sich des Themas Talentmanagement angenommen und für 2016 folgendezehn Trends prognostiziert:

1. Von enger zu weiter Definition

Viele Unternehmen haben sehr spezifische Definitionen dafür, wer als Talent gilt. Die Erwartungen an und die Wünsche von Talenten verändern sich jedoch mit der Zeit und Karrieren werden heute sehr individuell gestaltet. Wer Talent zueng definiert, übersieht gute Kandidaten.

2. Individuell statt standardisiert

Der Trend führt weg von standardisierten und hin zu individuelleren Talentprogrammen. Die entscheidende Frage ist: Wie kann man das Angebot massschneidern? Gefragt ist die individuelle Anpassung an die Talente und die Marktbedürfnisse.

3. Generalisten-Profile erwünscht

Unternehmen suchen tendenziell weniger nach Spezialisten, sondern nach Generalisten mit Eigenschaften, die eine bewiesene Korrelation zu wirtschaftlichem Erfolg haben, wie zum Beispiel Intelligenz und Lernfähigkeit.

4. Transparente Kommunikation

Der Trend geht in Richtung Transparenz: Erwartungen werden klarer formuliert. Wer als Talent gefördert werden will, hatdamit verbundene Verpflichtungen, die klar kommuniziert werden müssen.

5. Spezifische Trainings

Viele High-Potential-Programme versuchen, Talenten in kürzester Zeit all das zu vermitteln, was sie beherrschen müssen. Der Trend führt hin zu spezifischeren Trainings von bestimmten Kompetenzen. Dabei gilt: Trainieren, andere beobachten, Feedbackeinholen, und wieder von vorne – so lange, bis die Fähigkeit verinnerlicht ist.

6. Spielerisch lernen

Der Trend der Gamification – die Verwendung von spielerischen Elementenin ernsthaften Kontexten – erfasst das Talentmanagement: Spiele zur Stärkungkognitiver und sozialer Fähigkeiten ersetzenden Frontalunterricht. Auch in derPersonalauswahl und im PerformanceManagement eröffnet die Gamification neue Möglichkeiten.

7. Objektives Echtzeit-Feedback

Organisationen suchen nach Möglichkeiten, regelmässiges und objektives Feedbackzu geben. Die meisten Performance-Management-Systeme bieten hilfreichesFeedback für den Durchschnitt. Talentebrauchen jedoch mehr als eine subjektive Bewertung auf einer 5-Punkte-Skala.

8. Leistungsorientierte Vergütung

Wenn Talente doppelt so viel leisten wieder Durchschnitt, dann macht es keinenSinn, ihnen nur 20 Prozent mehr zu bezahlen. Der Trend hin zur leistungsorientierten Vergütung wird sich deshalb insbesondere im Talentmanagement noch stärker durchsetzen.

9. Flexible Talent-Pools

HR-Verantwortliche verwenden eine Menge Zeit darauf, Listen mit möglichen Nachfolgern für Schlüsselpositionen zuerstellen, doch wenn die Position dann tatsächlich besetzt werden soll, haben sich die Anforderungen längst verändert. Anstelle von starren Nachfolgerlisten ist es sinnvoller, flexible Talent-Pools zu haben – und Prozesse, um Talente schnell zu mobilisieren.

10. Unterstützung durch Analytics

Das Thema Big Data hat in letzter Zeit hohe Wellen geschlagen und hält nun auch im Talentmanagement Einzug. Big-Data-Analysen sind wichtige Treiber für objektive und wissenschaftliche Erkenntnissebei der Auswahl und der Förderungvon Talenten. Intuition und Bauchgefühlkönnen jetzt an Fakten überprüft werden.

hrtrendinstitute.com

Lesen Sie mehr über die aktuellen Entwicklungen im Talentmanagement in unserer Sonderausgabe «Talentmanagement» 

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