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Teleheimarbeit bleibt: Neue Büros und Work-Life-Balance kommen

Die Jahre der Pandemie haben Unternehmen zu vielen Anpassungen ihrer Arbeitsorganisation gezwungen. Bei der Rückkehr zur Normalität zeichnet sich jetzt ab, dass einiges von der Not- zur Dauerlösung wird – allen voran die Teleheimarbeit oder das Homeoffice. Das schafft für viele die Möglichkeit, eine lang ersehnte Work-Life-Balance zu finden. Gleichzeitig tut sich aber auch in den Büros der Unternehmen einiges.

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Teleheimarbeit bleibt

Hybride Arbeitswelt
In Umfragen zur Arbeit im Homeoffice zeigte sich schon im Laufe des Jahres 2021 ein klarer Trend. Knapp über 40 Prozent der Unternehmen wollten Teleheimarbeit langfristig ermöglichen. Im ersten Quartal 2022 hatten so rund 75 Prozent der Schweizer Erwerbstätigen zumindest teilweise die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten. Damit ist die Schweiz in der hybriden Arbeitswelt angekommen.

Was die Menschen am Homeoffice schätzen
Am häufigsten wird hier die deutlich gestiegene Flexibilität bei der täglichen Zeiteinteilung als Pluspunkt genannt. Bis auf ein paar Deadlines oder fixe Video-Calls gibt es sonst keine festen Termine im Homeoffice-Arbeitsalltag. Das lässt reichlich Spielräume für Privates oder die Familie. Passend dazu schätzen viele auch die Freiheit von jedem Dresscode, der sonst in den meisten Büros gilt. Frauen verzichten auf ihre Kostüme, die Herren auf Anzug oder Krawatte und streifen sich stattdessen Casual Wear in grossen Grössen über. So lässt es sich dann viel bequemer arbeiten als mit fest geknoteter Krawatte. Gegner des Homeoffices hatten lange unter anderem genau diese Punkte als Argument gegen Teleheimarbeit ins Feld geführt: Zu viele Freiheiten schaden der Produktivität, hiess es von ihnen immer. Doch genau das Gegenteil ist der Fall und die überwiegende Mehrheit der Chefinnen und Chefs ist mit den Homeoffice-Leistungen ihrer Teams sehr zufrieden.

Das passiert mit den ganzen Büros
Erste Schätzungen gingen davon aus, dass proportional mit dem Trend zur Teleheimarbeit viele Büroflächen aufgegeben oder zumindest stark verkleinert werden. So können Unternehmen Kosten für Mieten oder Energie senken. Doch auch in der aktuellen Energiepreiskrise planen Unternehmen in der Schweiz noch oft mit ihren ganzen Büroflächen und investieren sogar zusätzlich, um diese aufzuwerten und zu attraktiven, neuen Büros auszubauen. So wollen sich Unternehmen wie die Allianz Suisse als Arbeitgeber noch interessanter machen. Gleich ein halbes Stockwerk hat man dafür neu am Hauptsitz Wallisellen eingerichtet: mit gemütlichen Sofas und Tischen im WG-Stil als Begegnungsstätte für geschäftliche oder private Unterhaltungen. Dazu gibt es Frühstück in der Cafeteria und mittags Pizza auf Kosten des Versicherers. Dieser Schuss New-Work-Qualität hat gleich zwei Ziele: mehr Anziehungskraft auf neue Talente und zugleich jene wieder ins Büro zu locken, die schon für das Unternehmen arbeiten – allerdings aktuell lieber im Homeoffice.

Mehr Anwesenheit erwünscht
Wie die Assekuranz wollen viele grosse Schweizer Unternehmen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weitmöglichste Freiheiten bei der Wahl des Arbeitsplatzes einräumen. Zugleich wünschen sich Arbeitgeber jedoch eine vermehrte Rückkehr in die Büros. Einige – wie die viertgrösste Schweizer Bank, die Zürcher Kantonalbank – haben dafür gute Gründe: zum Beispiel die Wichtigkeit, in den Filialen Kunden möglichst intensiv persönlich betreuen zu können. Doch dadurch muss das Personal dann oft mit strengen Hygienevorschriften inklusive des Tragens von Masken leben. So verfährt beispielsweise der grosse Nahrungsmittelkonzern Nestlé oder auch das Pharmaunternehmen Roche. Für viele Angestellte, die pandemiemüde geworden sind, ergeben diese Hygienekonzepte dann aber eher einen Grund, weiterhin möglichst viel zu Hause zu arbeiten. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese teils sehr konträren Interessen in Zukunft ausbalancieren werden.

 

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