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Respektvolle Arbeitsplatzkultur: Familie kann man sich aussuchen

Jeden Monat greifen in unserer Kolumne Persönlichkeiten aus der HR- und Wirtschaftswelt aktuelle Themen und Entwicklungen auf. In der aktuellen Mai-Kolumne schreibt Luisa Böning über Unternehmenskultur und ihre «Familie» bei der Arbeit.

Von: Luisa Böhning   Teilen  

Luisa Böhning

Luisa Böning ist Senior People & Culture Partnerin bei der Kreativagentur thjnk in Zürich. Seit 6 Jahren verantwortet sie dort die strategischen und operativen Personal- & Recruiting-Themen. Zuvor war sie bei der Digitalagentur Interone (BBDO) in München tätig und hat dort im Bereich Employer Branding, Nachwuchs & Recruiting gearbeitet.

Respektvolle Arbeitsplatzkultur

Wenn Personen aus der Branche die Qualität unserer Arbeit sehen, höre ich oft: «Bei euch wird sicher Tag und Nacht gearbeitet.» Dieses Vorurteil – dass unsere Qualität nur durch Opfer entstünde – kenne ich. Der Grund sind aber nicht lange Nächte, sondern es ist unsere besondere Kultur.

Wir beschreiben unsere Kultur oft als «familiär» – wie jede andere Agentur auch. Und genau da wird es für Aussenstehende oft widersprüchlich. Denn Hand aufs Herz: Wenn du «familiär» hörst, denkst du dann nicht auch an diese andauernde Harmonie, wo Kritik als schwierig gilt? Wo man aus Rücksichtnahme lieber nickt, statt kritisch zu sein? Wo stundenlang diskutiert, aber nichts entschieden wird? Ganz ehrlich: Will man so arbeiten? Für gute Qualität im Ergebnis sorgt das nicht.

Die «Familie», in der ich arbeiten will, ist freundlich, respektvoll und begegnet sich auf Augenhöhe. Die wichtigste Eigenschaft ist aber Kritikfähigkeit. Deshalb besteht unsere Familie aus sorgfältig ausgewählten Menschen, die neben der fachlichen Kompetenz auch den vollen emotionalen Fit haben. Denn anders als im Privaten kann man sich hier die Angehörigen aussuchen. Unsere «Familienkultur» ist geprägt von:

  1. Ergebnisorientierung: Unser Vertrauen zeigt sich in ehrlichem Feedback. Wir sind dem gemeinsamen Ergebnis verpflichtet, nicht dem Ego des Einzelnen. Unser Motto: «In der Sache direkt, zur Person fair.»
  2. Effizienz: Unsere Fürsorge bedeutet, Prozesse so smart zu gestalten, dass alle pünktlich ihren Arbeitstag beenden. Respekt vor der Lebenszeit des anderen als Form der Wertschätzung.
  3. Gegenseitige Verantwortung: Wir fordern viel und sehen genau hin. Aber – und das ist der Kernpunkt – wir lassen niemanden allein. Wir unterstützen aktiv bei der persönlichen Entwicklung und achten auf eine faire, offene und transparente Kommunikation.

Das ist die «Familie», in der ich arbeiten will: Eine Balance aus hohem Anspruch, gegenseitigem Support und Respekt. Wir sollten den Begriff mit neuem, professionellem Leben füllen. Familie wandelt sich, privat wie beruflich.

Diese Kolumne ist in der Ausgabe Mai 2026 von personalSCHWEIZ erschienen.

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