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Millenials: Unloyale junge und gut ausgebildete Arbeitnehmende

Passt ihm der Job nicht, hat der heiss begehrte Fachspezialist rasch einen neuen. Auch junge Arbeitnehmer sind weniger loyal als in früheren Zeiten. Ihnen ist die Frage, ob ihre Arbeit Sinn stiftet und zum Privatleben passt, wichtiger als die Karriere. Ältere und weniger gut ausgebildete sind dagegen loyale Arbeitnehmer, wie eine Studie von Angestellte Schweiz zeigt.

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Kevin Hofer / SDA

 

Kevin Hofer war Chefredaktor des HR-Magazins personalSCHWEIZ.

Millenials

«Viele 15- bis 34-Jährige wollen kein fettes Firmenauto oder ein hohes Einkommen; sie wollen mit Gleichgesinnten etwas bewegen», sagt der Geschäftsführer von Angestellte Schweiz, Stefan Studer der Nachrichtenagentur sda.

Generation «No thanx»

«Die jungen Leute suchen in ihrer Tätigkeit nach einer Sinnhaftigkeit; wichtig ist ihnen auch der Kontakt mit Kollegen, eine ausgeglichene Work-Life-Balance oder die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.» In den 1980-er Jahren wollten viele Junge schnell Karriere machen. Im Laufe der Zeit vollzog sich ein Sinneswandel.

Dieser schlägt sich in den Zahlen nieder, die Demoscope im Auftrag des Arbeitnehmerverbandes mittels einer Umfrage erhoben hat. Demnach ist die Loyalität gegenüber der Firma je weniger ausgeprägt, desto jünger die Beschäftigten sind.

Bei der Frage, wie loyal sie gegenüber ihrer Firma seien, erreichten die 15- bis 34-Jährigen mit 3,55 Punkten den tiefsten, die über 55-Jährigen mit 3,73 Punkten den höchsten Wert. Die Skala reichte von 1 (gar nicht loyal) bis 4 (sehr loyal).

Auch Fachspezialisten ohne Kaderstelle sind weit weniger loyal zu ihrer Firma als die Geschäftsleitung. Mitglieder der Geschäftsleitung erreichten mit 3,90 fast die Maximal-Loyalitätspunktezahl. Sie waren sogar loyaler als die Selbstständigen (3,85) zu ihrem eigenen Unternehmen. Die Fachspezialisten kamen dagegen auf nur 3,46 Loyalitätspunkte.

Geld allein macht nicht loyal

Angesichts des Fachkräftemangels findet Studer, Unternehmen bleibe noch einiges zu tun. «Es reicht nicht, einen schönen Satz über Loyalität ins Leitbild zu schreiben.» Auch ein grosser Lohn genüge nicht. «Wertschätzung und Respekt muss gelebte Firmenkultur sein.» So müssten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter korrekt informiert, motiviert oder konstruktiv kritisiert werden. «Loyalität ist gegenseitig und partnerschaftlich.»

Lästern, Klauen, Schummeln Auch Arbeitnehmer verhalten sich nicht immer partnerschaftlich: Knapp über die Hälfte der Befragten gab zu, schon über seinen Arbeitgeber im privaten Umfeld gelästert zu haben. Dabei erwiesen sich die Deutschschweizer (57 Prozent) als grössere Lästermäuler als die Romands (33 Prozent). Fast ein Fünftel der Befragten gab zu, dass sie schon Material für Privatzwecke mitgehen liessen. Am wenigsten Hemmungen haben Männer (26 Prozent) aus der Westschweiz (22 Prozent). Weitere 8 Prozent haben schon absichtlich über längere Zeit am Arbeitsplatz gebummelt und 4 Prozent bei Überstunden oder der Arbeitszeiterfassung geschummelt.

Loyal zu Kunden

In den letzten Jahren hat, angesichts von Entlassungen auch in bislang krisenfesten Branchen, das Misstrauen gegenüber den Arbeitgebern zugenommen, stellt Studer fest. In der Umfrage schätzten die 1001 Befragten von den Arbeitgebern nur 59 Prozent als loyal ein. Dagegen wurde der Anteil an loyalen Arbeitnehmenden auf 65 Prozent geschätzt.

Loyaler als zur Firma zeigten sich die Befragten zu ihren Arbeitskollegen, ihren Chefs und gar zu den Kunden. Diesen Befund überrascht Studer nicht besonders, denn diese Menschen sind den Befragten durch direkten Kontakt näher.

Das Meinungsforschungsinstitut Demoscope hat die Befragung zwischen dem 13. Und 18. Juni in der Deutsch- und Westschweiz durchgeführt.

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