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Kolumne Februar 2022

Mehr Experimentierfreudigkeit: HR goes Agile

Jeden Monat werfen in unserer Kolumne Persönlichkeiten aus der HR- und der Wirtschaftswelt einen Blick auf aktuelle Themen und Entwicklungen. Diesen Monat schreibt Marius Gerber, Leiter Fachstelle für Human Capital an der ZHAW, warum HR experimentierfreudiger agieren muss.

Von: Marius Gerber   Teilen  

Marius Gerber

Marius Gerber leitet seit 2020 die Fachstelle für Human Capital an der ZHAW School of Management and Law in Winterthur. Seine Themenschwerpunkte sind: agiles HR, Personal-, Führungs-, Kultur- und Organisationsentwicklung.

Mehr Experimentierfreudigkeit

Das HR schreibt: Diesen Monat mit Marius Gerber, Leiter Fachstelle für Human Capital an der ZHAW

Was würde der Linie fehlen, wenn es kein HR gäbe? Neben administrativen Prozessen wohl häufig wenig. Zwar schreibt sich HR Kundenorientierung auf die Fahne, doch die Fremdwahrnehmung seitens Linie ist häufi g anders. Liegt es daran, dass HR in der Regel immer noch standardisierte Onesize- fits-all-Lösungen anbietet und diese topdown implementiert? Oder hat es damit zu tun, dass HR der Mut fehlt, anstelle von Best Practices durch Experimentieren und Probieren unternehmensspezifische Lösungen zu entwickeln? Wohl an beidem, jedoch vor allem an der Haltung und fehlender Erfahrung mit agilen Praktiken.

Agiles Arbeiten heisst, iterativ zu arbeiten und Feedback von allen Anspruchsgruppen einzubeziehen. Dieses Handwerkszeug, «doing agile», kann durch Erfahrung erlernt werden. Agilität ist aber primär eine Haltung im Umgang mit erhöhter Unsicherheit und Mehrdeutigkeit. Noch wichtiger ist daher «being agile», eine Haltung des kontinuierlichen Infragestellens, Experimentierens und Probierens, ohne Ziel und Lösung bereits im Voraus zu kennen. Agiles Arbeiten bedeutet die Bereitschaft, sich vom Expertentum etwas zu lösen und mit einem unternehmerischen Selbstverständnis am Outcome messen zu lassen.

Gefragt sind somit eine Art Produkte- oder Service-Entwicklungslogik sowie ein entsprechender Dienstleistungs-Mindset, bei welchem iterativ und co-kreativ mit den Endabnehmern gemeinsam Lösungen erarbeitet werden. HR sollte versuchen, in der Rolle des Mitgestalters am «Tatort» zu sein, denn dort wird nur zugelassen, wer etwas beizutragen hat. Das klingt nach viel, und das ist es für HR in vielen Fällen auch.

Vielleicht entsteht dadurch anstelle einer Backoffice-Funktion eine Business-Einheit zur Befähigung im Umgang mit Humankapital. Denn im Kontext von Agilität mögen sich Rollen und Strukturen ändern, die HR-Themen bleiben. Von einer entfernten zentralisierten Einheit zum agilen Team, das interne Produkte und Services mit Mehrwert für das Unternehmen und seine Mitarbeitenden entwickelt: So verstanden, klingt «agiles HR» doch schon weniger bedrohlich. Also los und ausprobieren!

Diese Kolumne ist in der Ausgabe Februar 2022 von personalSCHWEIZ erschienen.

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