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Lohntendenzen 2018: Kaum Bewegungen

In der Industrie ist mit Lohnerhöhungen um 1,03 Prozent zu rechnen und bei den Dienst­leistungen um 0,92 Prozent. Das zeigt die neuste Erhebung von Lohntendenzen.ch.

Von: Andreas Kühn   Teilen   Kommentieren  

Andreas Kühn

Andreas Kühn, lic. oec. HSG, ist Managing Partner und VR der know.ch AG, der führenden Schweizer Unternehmensberatung zur Erhebung, Analyse und Interpretation von HR-Kennzahlen.

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Die Verschiebungen im Vergleich zum August sind klein, bewirken aber eine leicht reduzierte Erwartung an die Lohnerhöhungen 2018. Inzwischen gehen mit 10,4 Prozent knapp 3 Prozent mehr Unternehmen von einer Verschlechterung der Wirtschaftssituation aus, während sich der Anteil an Unternehmen, die von einer Verbesserung der Wirtschaftssituation ausgehen, so gut wie nicht verändert hat. Insgesamt zeigt sich: Der Aufschwung bei den Lohnerhöhungen lässt weiter auf sich warten, die derzeitige Prognose für 2018 liegt mit 0,97 Prozent Total nur gerade 0,08 Prozent über den definitiven Erhöhungen von 2017.

Generelle Erhöhungen

Fast unverändert gegenüber August planen 33 Prozent der Unternehmen für 2018 generelle Erhöhungen. Diese sind vor allem im Baugewerbe (60 Prozent der Unternehmen), in der Chemieindustrie, Dienstleistungen für Unternehmen und Erziehung und Unterricht (je 50 Prozent) aktuell sowie in eher kleineren Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitenden vorgesehen. Je grösser die Unternehmen, desto eher wird darauf verzichtet.

Individuelle Erhöhungen

Im Vergleich zum August haben sich deutlich mehr Unternehmen gegen eine individuelle Erhöhung ausgesprochen. Waren es vor zwei Monaten noch 9,1 Prozent, sind es jetzt 22,8 Prozent. Die eingangs erwähnten Rückgänge sind denn auch vor allem auf Abwärtsbewegungen bei den individuellen Erhöhungen zurückzuführen. Am häufigsten, bei 28,2 Prozent der Unternehmen, sind individuelle Erhöhungen zwischen >0,75 –1 Prozent geplant. Eine Mehrheit von 58,5 Prozent liegt bei den Angaben zu individuellen Erhöhungen zwischen >0 –1 Prozent, nur 18,8 Prozent darüber.

Erhöhungen Total

Deutlich über dem Mittelwert von 0,97 Prozent befinden sich an der ­Spitze die Chemieindustrie mit 1,68 Prozent, die Informatik mit 1,38 Prozent sowie die Pharmaindustrie mit 1,24 Prozent. Auch elektrische, elektronische, optische Erzeugnisse, Uhren (1,12 Prozent) sowie Maschinen-/Fahrzeugbau (1,05 Prozent) liegen etwas über dem Mittelwert. Energie, Wasser, Entsorgung sowie Gross- und Detailhandel befinden sich mit 0,91 Prozent gemeinsam mit den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (0,88 Prozent) etwa in der Mitte des Feldes. Am unteren Ende ist das Gastgewerbe mit 0,36 Prozent, wobei die Zahl aufgrund der geringen Anzahl dort befragter Unternehmen mit Vorsicht zu geniessen ist. Gesichert sind hingegen die 0,59 Prozent, mit welchen im Mittel in der Branche Metallerzeugnisse zu rechnen ist.

Einschätzungen zur Wirtschaftsentwicklung

In vielen Industriebranchen, vor allem der Pharmaindustrie, bei den Metallerzeugnissen sowie im Maschinen- und Fahrzeugbau und im Gross- und Detailhandel, ist der Einfluss des Frankenkurses gegenüber Euro oder Dollar sowie der Einfluss der Konjunkturprognose Europa auf die Lohn­entscheide besonders ausgeprägt. Während die Chemie bezüglich der Geschäftsentwicklung eher zuversichtlich ist und 54 Prozent von einer Verbesserung ausgehen, sind Pharma (38 Prozent) sowie Maschinen- und Fahrzeugbau (19 Prozent) eher weniger zuversichtlich. Sowohl in der Branche Metallerzeugnisse, wo 44 Prozent von einer Verschlechterung ausgehen, als auch im Gesundheitswesen (39 Prozent) sehen die Aussichten weniger gut aus. Bei der Beschäftigung gehen 33 Prozent der Unternehmen aus der Branche «Metallerzeugnisse» von einer Abnahme aus, in vielen Branchen sind zwischen 15 und 25 Prozent der Unternehmen derselben Meinung. Dieser Wert liegt in einigen Dienstleistungsbranchen wie Gesundheitswesen, öffentliche Verwaltung Finanz, Versicherungen und Informationstechnologie eher zwischen 5 und 10 Prozent.

Fazit

Die Erwartungen wurden gegenüber August nach unten korrigiert. Der Anteil an Unternehmen, die keine Erhöhung gewähren, ist von 7,1 Prozent im August auf 12,7 Prozent im Oktober gestiegen. Inzwischen wächst der finanzielle Druck bei den Arbeitnehmenden, was sich in häufigeren Demonstrationen niederschlägt. Das arbeitgeberseitig da und dort vorgebrachte Argument, bei negativer Teuerung habe der Mitarbeitende «real» mehr in der Tasche, ist unhaltbar. Die Teuerung ist nicht auf individuelle Haushalte anwendbar. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Forderung nach Mindestlöhnen an Fahrt gewinnt und beim Stimmbürger ankommt. Ob die Arbeitgeber mit Zuwarten wirklich gut beraten sind?

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