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Jobportale: Versteckter Stellenmarkt?

Existiert in der Schweiz ein versteckter Stellenmarkt? Gemäss einer Studie werden zwei von drei offenen Stellen nie öffentlich vermarktet.

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Kevin Hofer / COMM

 

Kevin Hofer war Chefredaktor des HR-Magazins personalSCHWEIZ.

Jobportale

Eine Recherche der Firma Metapage AG mit Sitz in Zürich hat ergeben, dass zwei von drei Stellen, welche Arbeitgeber in der Schweiz offen haben, nie auf Jobbörsen gezeigt werden. Mit dem «Inländervorrang Light» hat der Nationalrat beschlossen, dass Unternehmen verpflichtet werden können, offene Stellen den regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) zu melden. Dabei wären diese Jobangebote bereits heute im Internet zu finden – wenn sich auch die Suche oftmals schwierig gestaltet.

Jobportale als erste Anlaufstelle

Wer eine Stelle sucht, fängt heute mit der Suche im Internet an. Anlaufstelle Nummer eins sind dabei Jobportale, auf denen Firmen ihre Vakanzen publizieren. Die Metapage AG – Betreiber der Plattform Markenjobs.ch – hat in einer Recherche ermittelt, dass im Unterschied zu Unternehmens-Webseiten nur gerade eine von drei Stellen eines Arbeitgebers auf Jobportalen zu finden ist.

Was wurde mit der Studie untersucht?

Die Studie umfasst eine Stichprobe von 100 mittelgrossen bis grossen Arbeitgebern. Untersucht wurde dabei, wie viele Stellen die Arbeitgeber auf der in der Schweiz meistgenutzten und grössten Jobbörse publizieren und wie gross der Anteil der Stellen ist, die nie öffentlich vermarktet werden. Die Resultate sind eindeutig. Im Durchschnitt werden rund 64 Prozent aller Stellen, die Arbeitgeber zu besetzen hätten, nicht auf Jobbörsen ausgeschrieben. Bei extremen Fällen wie SV-Group, Denner, IKEA oderNovartis ist die Quote sogar noch deutlich höher – in diesen Fällenwurden über 90 Prozent der Stellen nicht auf Jobportalen publiziert. Bei grösseren Arbeitgebern verbergen sich auf der Firmenwebseite tendenziell etwas mehr Stellen. Doch auch bei den kleineren Arbeitgebern, die vielleicht nur 10 Stellen offen haben, zeigte sich, dass in der Regel zwischen 30 und 80 Prozent der Stellen nicht auf Jobplattformen ausgeschrieben werden. Daher ist die Firma Metapage zum Schlussgekommen, dass in der Schweiz ein versteckter Stellenmarkt existiert.

Wie kommt der versteckte Stellenmarkt zustande?

Kushtrim Arifi, Geschäftsführer von Markenjobs.ch sieht zwei Hauptgründefür diesen Umstand. Zum einen sind die Kosten für die Ausschreibungenin den letzten Jahren immer wieder gestiegen. Zum andern verursachen die regelmässigen Ausschreibungen bei den Arbeitgebern grossen Aufwand. Auch laut dem Rekrutierungsexperten Pascal Paulus von SV Schweiz gibt es dafür plausible Gründe. «Es ist in der Tat so, dass wir lediglich Kader- und Hauptsitzvakanzen auf Jobplattformen publizieren. Sofern wir freie Slots haben, nutzen wir jene aber auch für eher schwer zu besetzende Vakanzen. Dass wir nicht alle 1200 freien Stellen pro Jahr dort vermarkten, liegt schlicht und einfach an den immensen Kosten. Des Weiteren ist die enorme Menge an Stellenanzeigen von unterschiedlichen Unternehmen und die dadurch bescheidene Sichtbarkeit auf der Plattform ein Grund.“ so Paulus.

Fazit der Studie

Deutlich mehr Stellen sind auf dem Markt, als es für die User von Jobportalen den Anschein macht. Als erste Anlaufstelle eignen sich Jobportale durchaus und eventuell lernt man auch Arbeitgeber kennen, die man sonst nicht auf dem Radar hatte. Doch ein Blick auf die Karriereseiten verschiedener Wunsch-Arbeitgeber, ist durchaus empfehlenswert und kann überraschende Jobmöglichkeiten ans Licht bringen.

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