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Future Skills: Anders denken erwünscht. Anders sein auch?
Unternehmen suchen kreative Köpfe, innovative Lösungen und Menschen, die komplexe Zusammenhänge erkennen. Laut dem Future of Jobs Report 2025 des World Economic Forum dürften sich bis 2030 rund 39% der heute geforderten Kernkompetenzen verändern, wobei kreatives Denken zu den wichtigsten und am stärksten wachsenden gehört. Viele dieser Fähigkeiten sind in Unternehmen längst vorhanden, bleiben aber oft unbemerkt. Im Arbeitsalltag sieht man vor allem, was jemand in seiner Stelle leistet, und im Recruiting geben Lebenslauf und Auftreten den Ausschlag. Wie viele Zukunftskompetenzen bleiben so unentdeckt?
Ein anderer Blick auf ADHS
Die Organisationspsychologin Nancy Doyle beschreibt neurodivergente Menschen, darunter Menschen mit ADHS, mit einem uneinheitlichen Kompetenzprofil, bei dem ausgeprägte Stärken neben weniger ausgeprägten Kompetenzen stehen. Ob daraus eine Stärke oder eine Einschränkung wird, hängt laut Doyle stark von der Passung zwischen Person und Arbeitsumfeld ab. Schätzungen zufolge ist rund jede fünfte Person neurodivergent.
Laut dem Neurodiversity Report 2025 von HLB legen viele Betroffene ihre Diagnose am Arbeitsplatz nicht offen. HR weiss also meist nicht, wer ADHS hat, und muss es nicht wissen, weil eine Diagnose keine berufliche Leistung voraussagt. Die Massnahmen in diesem Artikel kommen deshalb ohne Diagnose aus.
Stärken, die gefragt sind
Die Forschung beschreibt bei Erwachsenen mit ADHS ausgeprägte Merkmale, die unter passenden Bedingungen zu Stärken werden und fünf gefragte Future Skills bedienen:
- Kreativität: Wer über grosse Ideenvielfalt verfügt, verknüpft weit entfernte Inhalte schnell miteinander und findet so neue Lösungsansätze.
- Innovation: Intuition und ein Gespür für Chancen helfen, aus wenigen Anhaltspunkten Muster und Gelegenheiten früh zu erkennen. Zur Innovation wird eine Idee erst durch die Umsetzung, oft gemeinsam mit Kolleg*innen, die strukturiert zu Ende führen.
- Problemlösung: Im Hyperfokus arbeiten Menschen mit ADHS lange und ohne Unterbrechung an einer Aufgabe, die sie als interessant erleben. Das ist wertvoll, wenn ein Problem ungeteilte Aufmerksamkeit braucht, lässt sich aber nicht auf Knopfdruck abrufen.
- Systemisches Denken: Wer in Bildern und Beziehungen denkt, ….
