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Deloitte CFO-Umfrage: Angst vor sinkenden Margen und kein Ende der Negativzinsen in Sicht

Die Finanzchefs von Schweizer Unternehmen rechnen mit erhöhtem Druck auf ihre Margen sowie einer schwächelnden Konjunktur. Gemäss der aktuellen Deloitte CFO-Umfrage erwartet nur noch knapp die Hälfte der CFOs einen höheren Umsatz für das kommende Jahr – vor einem halben Jahr waren es noch mehr als zwei Drittel. Die Mehrheit der Schweizer CFOs rechnet gar mit einer Rezession in der Eurozone. Und immer weniger rechnen mit einem baldigen Ende der Negativzinsen.

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Deloitte CFO-Umfrage

Die im September vom Beratungsunternehmen Deloitte befragten CFOs erwarten ein schwaches Wirtschaftswachstum für die Schweiz. Die Erwartungen gingen schon zum dritten Mal in Folge zurück; 17% rechnen laut den Ergebnissen der Deloitte CFO-Umfrage gar mit einer Rezession. In der Schweiz rechnet zwar immer noch weit mehr als die Hälfte (54%) der CFOs mit steigenden Umsätzen, vor Jahresfrist waren es aber noch 69%. Die Schweiz reiht sich damit bei den optimistischeren Ländern ein. In Europa gehen die Umsatzwartungen in beinahe allen Ländern zurück. Bei den Margen rechnen aber bereits mehr Schweizer CFOs mit einem Rückgang als mit einem Anstieg, so dass zum ersten Mal seit 2017 die Margenerwartungen negativ sind (Nettosaldo -5%).

Der wieder erstarkende Franken und das schwierigere Aussenhandelsumfeld sind zurzeit die grössten Belastungen für die Schweizer Unternehmen. Digitalisierung ist nicht nur bei den CFOs die meistgenannte Lösung für die steigenden Herausforderungen, sondern auch bei den Verwaltungsräten, wie aus dem aktuellen swissVR monitor hervorgeht. «Die Schweizer Unternehmen bereiten sich auf unruhigere Zeiten vor. Sie stehen aber zurzeit noch weit besser da, als die meisten anderen Unternehmen europäischer Länder und sollten daher Chancen zum Investieren wahrnehmen», erläutert Alessandro Miolo, Managing Partner Audit & Assurance und Verantwortlicher für das CFO-Programm bei Deloitte.

Zudem gehen die Schweizer Finanzchefs mehrheitlich von sinkenden Mitarbeiterzahlen aus: 35% rechnen damit, dass ihr Unternehmen innert Jahresfrist weniger Menschen beschäftigen wird, 30% rechnen mit mehr Angestellten. Europaweit geht fast durchgehend ein grösserer Teil der Unternehmen davon aus, in einem Jahr weniger Mitarbeitende zu beschäftigen als in der Frühjahrsumfrage. «Eine nachlassende Arbeitsmarktdynamik und insbesondere steigende Arbeitslosenzahlen hätten erheblich konjunkturelle Auswirkungen. Dies vor allem in der Schweiz, wo der private Konsum eine verlässliche konjunkturelle Stütze bildet», warnt Alessandro Miolo.

Hohe Unsicherheit lähmt Unternehmen

Die finanziellen Aussichten ihres eigenen Unternehmens für die nächsten 12 Monate sehen 50% der Schweizer CFOs positiv; das ist jedoch ein klarer Rückgang im Vergleich zum Rekordwert von 70% in der Deloitte CFO-Umfrage im Herbst 2018. In der Schweiz schätzen 67% der CFOs die Unsicherheit in ihrem Unternehmensumfeld als hoch ein, vor einem Jahr lag er noch auf dem Rekordtief von 40%. Fast in allen befragten Ländern stufen CFOs die Unsicherheit als hoch ein, besonders in Deutschland (95%) und Grossbritannien (96%).

Die Risikobereitschaft ist in allen befragten Ländern stark zurückgegangen. Besonders risikoscheu zeigen sich Deutschland (8%) und Grossbritannien (7%). In der Schweiz sind nur noch 19% der CFOs bereit, mehr Risiken in die Bilanz zu nehmen, das ist der dritte Rückgang in Folge. «Eine zu defensive Einstellung ist problematisch, denn unternehmerische Aktivitäten und Innovationen bedingen immer ein Risiko. Die Unternehmen müssen trotz schwächerer Konjunktur etwas wagen. Sonst droht langfristig die Innovations- und Veränderungskraft zu erlahmen», führt Miolo aus.

Währungsrisiken und Negativzinsen

Der erneut erstarkte Schweizer Franken beschäftigt die Finanzchefs der Schweizer Unternehmen. Es ist das am häufigsten genannte Risiko. In der letzten Umfrage waren Währungsrisiken noch auf dem neunten Rang. «In der starken Heimwährung spiegeln sich auch die gestiegenen geopolitischen Risiken und Handelsstreitigkeiten. Der Schweizer Franken wird als sicherer Hafen gebraucht. Obwohl sie sich risikoscheu zeigen und keine grossen Investitionen planen, wollen die CFOs die schwierige Situation mehrheitlich mit expansiven Strategien angehen: Aus eigener Kraft wachsen, in digitale Technologien investieren, neue Produkte lancieren und neue Märkte erobern», erläutert Michael Grampp, Chefökonom von Deloitte Schweiz.

Die CFOs sehen kein Ende der Tiefzinspolitik. Fast zwei Drittel (65%) der in der Deloitte CFO-Umfrage Befragten gehen davon aus, dass auch in zwei Jahren der Leitzins der Nationalbank noch negativ sein wird, vor einem halben Jahr waren nur 41% dieser Ansicht. Immerhin 12% rechnen sogar mit einem weiteren Absinken der bereits historisch tiefen Leitzinsen.

Die Schweizer CFOs gehen zudem von einem fast gleichbleibenden Frankenkurs im Vergleich zum Euro sowie einer moderaten Inflation aus. «Die politischen Auseinandersetzungen um die Zinspolitik werden sich wohl weiter intensivieren – in der Schweiz genauso wie in der Eurozone. Der Ausstieg aus dem derzeitigen Zinsumfeld wurde verpasst und wird angesichts der sich verschlechternden Konjunkturaussichten in der absehbaren Zukunft nur schwer möglich sein. Die langfristigen Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft dieser noch nie dagewesenen Situation werden damit immer unvorhersehbarer», führt Michael Grampp aus.

(Quelle: Medienmitteilung)

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