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Chefwechsel: Externe CEOs bevorzugt

In der Schweiz kamen im vergangenen Jahr die Hälfte aller neu eingesetzten Chefs von ausserhalb des Unternehmens. Weniger als 3 Prozent davon sind Frauen.

Von: Ralph Hofbauer  Teilen 

Ralph Hofbauer

Ralph Hofbauer war Chefredaktor des HR-Magazins personalSCHWEIZ.

 

Chefwechsel

Das Beratungsunternehmen PwC untersucht regelmässig die Fluktuation in den Chefetagen der 2500 weltweit grössten börsenkotierten Unternehmen. 2015 lag die CEO-Fluktuation mit 17,6% in der Schweiz im globalen Rahmen (16,6%) und marginal höher als im gesamten deutschsprachigen Raum (16,7%).

Externe Besetzung im Trend

In der aktuellen Studie zeigt sich ein Trend hin zur externen Besetzung von Chefsesseln. Bei den geplanten Chefwechseln wurde in den vergangenen vier Jahren weltweit in 22 Prozent der Fälle ein Externer geholt. In der Zeitspanne von 2004 bis 2007 war dies erst bei 14 Prozent der Wechsel der Fall gewesen. Dieser Trend spiegelt sich auch in der Schweiz. 50 Prozent der neuen Chefs in der Schweiz kamen 2015 von aussen, das sind 10 Prozent mehr als noch im Vorjahr.

«Dies bestätigt den langfristigen Trend, dass Schweizer Unternehmen deutlich häufiger CEOs von aussen ins Unternehmen holen», sagt Alex Koster, Geschäftsführer von Strategy& Schweiz, dem Tochterunternehmen von PwC, welches die Studie durchgeführt hat. Koster sieht diesen Trend in drei Ursachen begründet: «Erstens sehen wir bei grossen Schweizer Unternehmen eine dynamische Shareholder-Landschaft und Übernahmen, die eher zu externen CEOs führen. Zweitens gerieten 2015 prominente Unternehmen in finanzielle Schieflage und setzten auf externe CEOs und drittens besteht in der Schweiz eine natürliche Präferenz für externe CEOs, die sich über CEO-Generationen fortsetzt. In Branchen, deren Geschäftsmodelle von einem technologischen oder strukturellen Wandel in Frage gestellt werden, ist zudem der Anteil von externen CEOs besonders hoch.»

Frauen bleiben die Ausnahme

Wie die Studie zeigt, sind Frauen in den Chefetagen der grössten Unternehmen nach wie vor kaum vertreten. Die Quoten sind gar rückläufig: Im deutschsprachigen Raum sank die Quote der weiblichen CEOs von 10,3% im Jahr 2014 auf 2,2%. Weltweit waren nur 10 von 359 neuen CEOs weiblich, die tiefste Rate seit 2011. Die USA und Kanada fallen dabei besonders ab. «Es scheint, als würden die Quoten auf den Verwaltungsrat, jedoch nicht auf den CEO wirken. Ein Umdenken hat noch nicht statt-gefunden. Unternehmen verschenken mit einer defensiven Diversity-Strategie auf CEO-Ebene das strategische Potenzial von gemischten Führungsteams», gibt Alex Koster zu bedenken.

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