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Barometer Gute Arbeit 2025: Ziel guter Arbeitsbedingungen ist unbestritten – aber gesamtheitlicher Blick auf Belastungen ist vonnöten
Die heute veröffentlichten Ergebnisse des «Barometer Gute Arbeit» von Travail.Suisse zeigen eine zunehmende psychische Belastung vieler Beschäftigter. Die Arbeitgeber nehmen diese Signale ernst. Gute und gesunde Arbeitsbedingungen sind ein gemeinsames Ziel – und zentral für die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der Schweiz.
Stress ist multifaktoriell
Die Arbeitgeber weisen jedoch darauf hin, dass Stress und Erschöpfung nicht allein auf die Arbeitswelt zurückzuführen sind. Gemäss internationaler Forschung tragen vielfältige Faktoren zum Belastungserleben bei, darunter finanzielle Unsicherheiten, familiäre Verpflichtungen, private Betreuungslasten, digitale Dauererreichbarkeit im Alltag, gesellschaftlicher Erwartungsdruck und individuelle Lebensumstände. Diverse Studien (u.a. Sørensen et al. 2021, Hämmig 2009, Siebenhühner et al. 2020, oder OECD 2020 («How’s Life»)) zeigen übereinstimmend, dass Stress «multikausal» entsteht und nur in einem Teil der Fälle primär arbeitsbedingt ist.
Arbeitgeber engagieren sich stark
Arbeitgeber engagieren sich bereits heute auf vielfältige Weise, um Belastungen zu reduzieren. Flexiblere Arbeitszeitmodelle, Homeoffice-Regelungen, Gesundheitsprogramme oder der Ausbau von Teilzeitmöglichkeiten sind vielerorts Realität. So bieten zahlreiche Unternehmen – von der Industrie über Dienstleister bis zur öffentlichen Hand – Modelle wie Gleitzeit, Jahresarbeitszeit oder individuelle Arbeitszeitkonten an. Viele Firmen investieren zudem in Prävention. Dieses breite Engagement zeigt: Arbeitgeber handeln bereits, oft über gesetzliche Anforderungen hinaus. Aber nicht alle Arbeitgeber haben dieselben Möglichkeiten und Voraussetzungen: Es braucht einen realistischen Blick auf die unterschiedlichen Branchenbedingungen.
Pauschale Forderungen sind realitätsfremd
In Bereichen wie in Gesundheitswesen, Detailhandel, Betreuung oder Sicherheit sind Präsenz und Schichtarbeit unverzichtbar. Die Forderung, überall gleiche Arbeitszeitmodelle umzusetzen, ignoriert diese realen Grenzen und gefährdet im Extremfall die Versorgungssicherheit. Pauschale gesetzliche Verschärfungen würden die organisatorische Stabilität vieler Betriebe belasten und letztlich auch Arbeitsplätze gefährden.
Aus Sicht der Arbeitgeber sind praxistaugliche, differenzierte Ansätze starren gesetzlichen Einheitslösungen vorzuziehen. Die Arbeitgeber sind und bleiben bereit, an Verbesserungen zu arbeiten – jedoch auf Basis einer gesamtheitlichen Betrachtung der Belastungsfaktoren und unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Bedürfnisse von Arbeitgebern wie Beschäftigten.
(Quelle: Medienmitteilung des Schweizerischen Arbeitgeberverbands)
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