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Kolumne Februar 2021

Arbeitszufriedenheit und Corona: Mehr Zeit für die Arbeit, aber gleichzeitig unproduktiver und unzufriedener?

Jeden Monat werfen in unserer Kolumne Persönlichkeiten aus der HR- und der Wirtschaftswelt einen Blick auf aktuelle Themen und Entwicklungen. Diesen Monat schreibt die Arbeits- und Organisationspsychologin Dr. Anna Luca Heimann über Produktivität und die nötige Abgrenzung im Homeoffice.

Von: Anna Luca Heimann   Teilen  

Dr. Anna Luca Heimann

Dr. Anna Luca Heimann ist Arbeits- und Organisationspsychologin. Seit sieben Jahren forscht und lehrt sie an der Universität Zürich zu den Themen Personalauswahl, Führungsentwicklung und Wohlbefinden bei der Arbeit.

Arbeitszufriedenheit und Corona

Das HR schreibt: Diesen Monat mit Dr. Anna Luca Heimann, Arbeits- und Organisationspsychologin

Während der ersten Welle der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 verlegte ein beträchtlicher Anteil der Arbeitnehmenden den Arbeitsplatz ins Homeoffice. Eine Studie, die wir in diesem Zeitraum an der Universität Zürich durchführten, zeigt: Während des Shutdowns im Frühjahr investierten Arbeitnehmende im Mittel mehr Wochenstunden in ihre Arbeit als zuvor. Trotz erhöhter Arbeitszeit berichteten die Arbeitnehmenden jedoch, dass sie ihre Arbeitsziele weniger gut erreichten. Zudem waren sie insgesamt weniger zufrieden mit ihrem Job und fühlten sich bei der Arbeit einsamer. Ich ziehe daraus zwei Erkenntnisse:

  1. Mehr Zeit für die Arbeit macht nicht unbedingt produktiver. Wenn Arbeitswege und soziale Freizeitaktivitäten wegfallen, kann ich zwar früher und länger am Schreibtisch sitzen, aber das bedeutet nicht, dass ich mein Motivations- und Kreativitätslevel über die gesamte Zeitspanne aufrechterhalten kann. Ich arbeite mehr, aber nicht unbedingt effizienter.
  2. Auch wenn Arbeitnehmende die Flexibilität und die Freiheiten des Homeoffice oft schätzen und sich meist mehr Homeoffice-Möglichkeiten wünschen, heisst dies nicht, dass sie im (erzwungenen) Homeoffice prinzipiell glücklicher sind. Für einige Menschen trägt der soziale Austausch entscheidend dazu bei, dass sie ihren Job überhaupt mögen. Für andere ist es wiederum wichtig, durch die Arbeit vor Ort eine gewisse Struktur und klar umgrenzte Arbeitszeiten vorgegeben zu bekommen, um sich nicht in der Arbeit zu verlieren.

Der Auftrag bzw. die Fragen, die sich aus meiner Sicht daraus für die HR-Arbeit ergeben: Wie können wir dem Gefühl von Einsamkeit und Isolation im Homeoffice entgegenwirken? Wie können wir Arbeitnehmende darin unterstützen, ihre Arbeitszeit im Homeoffice klar zu begrenzen, sich nicht zu überfordern und sich aktiv Erholungsphasen einzurichten?

Diese Kolumne ist in der Ausgabe Februar 2021 von personalSCHWEIZ erschienen.

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