Praxisfälle

Ausgabe Mai 03/2013

Geschäftsauto: Das Steueramt fährt mit

Im Umgang mit dem Geschäftsauto tauchen häufig sozialversicherungsrechtliche und steuerliche Unsicherheiten auf. Antworten auf typische Praxisfragen.

Von: Thomas Wachter   Teilen   Kommentieren  

Thomas Wachter

Nach mehreren Stellen in verschiedenen Unternehmungen, arbeitet T. Wachter nun seit 12 Jahren im Personalamt des Kantons Luzern. Früher als Bereichspersonalleiter, Leiter Personal- und Organisationsentwicklung, aktuell als Leiter HR-Support sowie Mitglied der Geschäftsleitung. Weitere Tätigkeiten sind: Lehrgangsleitungen und Dozent für Personalmanagement, -administration und -führung. T.Wachter ist unter anderem Autor und Herausgeber der WEKA-Werke «PersonalPraxis» und «Praxisleitfaden Personal».

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Geschäftsauto

Wir haben unserem Mitarbeitenden ein Geschäftsauto zur Verfügung gestellt, das er auch privat nutzen kann, ohne dass eine Bezahlung an die Firma erfolgt. Er ist auch nicht dazu verpflichtet, ein Bordbuch zu führen. Wie müssen wir bei der steuerlichen Bewertung vorgehen und was gilt betreffend AHV-pflichtigen Lohn?

Massgebend für die steuerliche Bewertung ist nicht der Katalogpreis, sondern der effektive Kaufpreis (bzw. der Barkaufpreis im Leasingvertrag) abzüglich Mehrwertsteuer.  Wenn wir von einem Kaufpreis von 58‘000 Franken (exkl. Mehrwertsteuer) und von einem monatlichen Anteil für die Privatnutzung von 0,8 Prozent ausgehen, ergibt sich eine Aufrechnung von 464 Franken pro Monat bzw. von 5‘568 Franken pro Jahr. Dieses Einkommen ist unter Ziffer 2.2 im Lohnausweis aufzuführen und ist vollumfänglich AHV-pflichtig. Daraus ergibt sich ein höheres steuerbares Einkommen. Im Feld F des Lohnausweises ist ein zusätzliches Kreuz für unentgeltliche Beförderung zwischen Wohn- und Arbeitsort zu setzen. Die 464 Franken pro Monat sind zudem AHV-pflichtiger Lohn.

Wir stellen unseren Kadermitarbeitern ein Geschäftsauto zur Verfügung und übernehmen nur einen Teil der Kosten. Was müssen wir beim Lohnausweis beachten?

Übernimmt der Arbeitnehmer beträchtliche Kosten, so ist bei der Ziffer 2.2 keine Aufrechnung vorzunehmen. Dies ist der Fall, wenn er z.B. die Kosten für Unterhalt, Versicherungen, Benzin und Reparaturen übernimmt. Die Übernahme der Benzinkosten allein genügt hingegen nicht. Unter den Bemerkungen im Lohnausweis ist folgender Text anzubringen: «Privatanteil Geschäftsauto im Veranlagungsverfahren abzuklären.» Zudem ist im Feld F ein Kreuz zu setzen. Wir empfehlen auch hier, die Entscheidung der Steuerbehörde für den AHV-pflichtigen Lohn zu übernehmen.

Wir haben ein Geschäftsauto, das für Geschäftsfahrten und den Arbeitsweg, aber sehr selten privat benützt wird. Wie steht es in diesem Fall um Privatfahrten?

Es besteht die Möglichkeit der effektiven Erfassung der Privatnutzung. Voraussetzung dafür ist, dass ein Bordbuch geführt wird. Der im Lohnausweis zu deklarierende Privatanteil wird errechnet, indem die Anzahl der privat gefahrenen Kilometer (ohne Arbeitsweg) mit dem entsprechenden Kilometeransatz (z.B. 70 Rappen) multipliziert wird. Im Feld F ist ein Kreuz zu setzen und dieser Betrag ist AHV-pflichtig.

Unsere Verkaufsmitarbeiter nutzen für ihre Kundenbesuche ein von ihnen geleastes Auto, das sie auch privat benutzen. Die Leasingraten werden von uns bezahlt. Gilt das Fahrzeug als Privatauto oder als Geschäftsauto?

Wird ein Auto von der Firma gekauft oder geleast, gilt es als Geschäftsauto, wobei sämtliche Unterhaltskosten und Abgaben vom Arbeitgeber getragen werden. Wenn der Leasingvertrag hingegen auf den Mitarbeiter lautet und die Firma die Kosten dem Mitarbeiter oder der Mitarbeiterin vergütet, handelt es sich nicht um ein Geschäftsauto. Die Leasingraten für ein Privatauto zählen zu den Lebenshaltungskosten und müssen zum AHV- und steuerpflichtigen Lohn gerechnet werden. Jedoch kann der Arbeitnehmer die geschäftlich bedingten Autokilometer (ohne Arbeitsweg) als Spesen in Rechnung stellen.

Unseren Mitarbeitenden steht für Geschäftsfahrten ab Firmendomizil ein gemeinsames Geschäftsauto zur Verfügung. Welche Auswirkungen hat dies auf den Lohnausweis?

Da es sich um einen sogenannten Poolwagen handelt, hat dies grundsätzlich keine Auswirkung auf den Lohnausweis. Es gibt weder eine Aufrechnung noch einen Vermerk im Feld F, noch eine AHV-Pflicht.

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