Praxisfälle

Sonderausgabe Lohn Oktober 2012

AHV-pflichtig: Diese komplexen Lohnabrechnungen zählen dazu

Bei der Erstellung der Lohnabrechnung tritt häufig die Frage auf, welche Löhne AHV-pflichtig sind und welche nicht. Hier eine paar Beispiele und Lösungsvorschläge.

Von: Thomas Wachter   Teilen   Kommentieren  

Thomas Wachter

Nach mehreren Stellen in verschiedenen Unternehmungen, arbeitet T. Wachter nun seit 12 Jahren im Personalamt des Kantons Luzern. Früher als Bereichspersonalleiter, Leiter Personal- und Organisationsentwicklung, aktuell als Leiter HR-Support sowie Mitglied der Geschäftsleitung. Weitere Tätigkeiten sind: Lehrgangsleitungen und Dozent für Personalmanagement, -administration und -führung. T.Wachter ist unter anderem Autor und Herausgeber der WEKA-Werke «PersonalPraxis» und «Praxisleitfaden Personal».

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AHV-pflichtig

Eine Aushilfsmitarbeiterin in unserer Packerei erhält rund CHF 1500.-- Lohn insgesamt. Sie ist deshalb nicht AHV-pflichtig. Können wir Ihr den Lohn direkt überweisen, ohne ihre Daten im Lohnprogramm zu erfassen?

Es ist richtig, dass die Mitarbeiterin nicht AHV-pflichtig ist. Allerdings ist sie UV-pflichtig und erhält einen Lohnausweis. Zudem ist sie auf der AHV-Liste aufzuführen. Das lässt sich wohl am einfachsten bewerkstelligen, indem sie im Lohnprogramm erfasst wird.

Ein Mitarbeiter hat das 20. Dienstjubiläum und erhält CHF 2000.--. Ein Kollege hat erwähnt, dass Auszahlungen bei Jubiläen nicht sozialversicherungspflichtig sind. Stimmt das?

Eine Zulage bei einem Jubiläum eines Mitarbeiters oder einer Mitarbeiterin ist AHV-pflichtiger Lohn. Lediglich bei gewissen Firmenjubiläen kann eine Firma den Mitarbeitenden Zulagen ausrichten, welche nicht AHV-pflichtig sind. Frühestens ist das 25 Jahre nach der Gründung der Firma möglich und dann alle 25 Jahre wieder. Beide Zulagen sind zudem steuerpflichtiges Einkommen und müssen im Lohnausweis deklariert werden.

Eine Mitarbeiterin erhält die Mutterschaftsentschädigung (MSE) durch unsere Firma ausbezahlt. Wie muss ich diese betreffend Sozialversicherungen abrechnen und kommt die MSE auf den Lohnausweis?

Die MSE ist eine Leistung der EO und deshalb AHV- und ALV-pflichtig. Der Arbeitgeberbeitrag wird von EO dem Arbeitgeber zusammen mit den Taggeldern überwiesen. Lediglich die Unfallversicherung ist nicht geschuldet, die Mitarbeiterin ist prämienfrei versichert. Die Beiträge an die berufliche Vorsorge sind in gleicher Höhe wie vor der Geburt weiterzuentrichten. Ob Beiträge an eine Krankentaggeldversicherung geschuldet sind, ergibt sich aus dem Reglement dieser Versicherung. Wird die Mutterschaftsentschädigung durch den Arbeitgeber ausbezahlt, ist dieser Betrag im Lohnausweis auszuweisen.

Ich muss einem Verwaltungsrat ein Honorar von CHF 12‘500.-- netto auszahlen. Der Arbeitgeber übernimmt die Sozialversicherungsbeiträge. Diese müssen deshalb nicht auf die Lohnabrechnung und den Lohnausweis. Wie muss ich das ansteuern?

Sie müssen eine Aufrechnung des Nettolohns auf den Bruttolohn machen. Sofern Ihr Lohnprogramm keine entsprechenden Lohnarten kennt, machen Sie das so, dass Sie mit verschiedenen Probeabrechnungen den Bruttobetrag suchen, bei welchem nach den Abzügen die CHF 12‘500.-- netto verbleiben. Die Firma bezahlt somit nicht die Sozialversicherungsabzüge direkt, sondern indirekt, indem sie ein höheres Honorar zahlt. Aus diesem Grunde erscheinen die Sozialversicherungsbeiträge auf der Lohnabrechnung wie auf dem Lohnausweis. Wenn Sie möchten, können Sie den Aufrechnungsbetrag einzeln in einer eigenen Lohnart ausweisen (z.B. „Aufrechnung Sozialversicherungsabzüge“). Beachten Sie bitte, dass ein Verwaltungsratshonorar nicht unfallversicherungspflichtig ist, falls der Verwaltungsrat nicht im Betrieb mitarbeitet.

Wir haben einer Mitarbeiterin während der Arbeitsunfähigkeit nach einem Unfall den Lohn zu 80% weiterbezahlt. Nun überweist uns die Unfallversicherung die Taggelder. Diese können wir nun in voller Höhe beanspruchen und als Einnahme verbuchen. Ist das richtig?

Die Unfalltaggelder gehören dem Arbeitgeber in dem Ausmass, als er mit der Lohnfortzahlung eine Vorleistung erbracht hat. Da Sie auf der Lohnfortzahlung Sozialversicherungsbeiträge abgerechnet haben, gilt es nun, die Unfalltaggelder in die Lohnabrechnung aufzunehmen und die zuviel geleisteten Sozialversicherungsbeiträge zu korrigieren.

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