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Neue Nordische Studie zur 4-Tage-Woche: Produktivitäts-Wunder statt Wirtschafts-Bremse
In einer Zeit, in der auch in der Schweiz intensiv über den Fachkräftemangel und die Work-Life-Balance debattiert wird, setzt diese am Karlstad University Research Center begleitete Studie ein deutliches Signal gegen den Trend zur Mehrarbeit. Über sechs Monate testeten elf Organisationen aus dem privaten, öffentlichen und gemeinnützigen Sektor die 100:80:100-Modell: 100% Gehalt, 80% der Zeit, bei 100% Leistung.
Die harten Fakten gegen das „Mehr-Arbeiten“-Dogma
Die Studie entkräftet das Argument, dass wirtschaftlicher Erfolg untrennbar mit längeren Arbeitszeiten verbunden ist:
- Wirtschaftlicher Erfolg: Keine der teilnehmenden Organisationen verzeichnete einen wirtschaftlichen Rückgang; einige konnten ihren Umsatz sogar steigern.
- Produktivitätsschub: Die selbstberichtete Produktivität stieg um 13%, die allgemeine Arbeitsfähigkeit um 10%.
- Gesundheits-Bonus: Das Stresslevel sank um 19%, während die Schlafqualität und die allgemeine Lebenszufriedenheit (Anstieg um 25%) massiv zunahmen.
- Fachkräfte-Magnet: In Branchen wie der Buchhaltung führte das Modell zu einem Produktivitätszuwachs von 36% und ermöglichte die Rekrutierung dringend benötigter Senior-Fachkräfte.
Strategie statt Faulheit: Die „Trojanische Pferd“-Effektivität
„Die 4-Tage-Woche ist kein reines Freizeit-Gadget, sondern ein strategisches Instrument für Effizienz“, erklärt Anna-Carin Alderin, Initiatorin der Studie. Die Forscher identifizierten sechs Erfolgsfaktoren – darunter die Eliminierung von „Pseudo-Arbeit“, fokussierte Arbeitsblöcke und radikal verkürzte, effizientere Meetings.
„Die Ergebnisse zeigen konsistent, dass Produktivität nicht durch mehr Stunden, sondern durch bessere Konzentration und gesündere Energie getrieben wird“, ergänzt Karen Lowe, Co-CEO von 4 Day Week Global.
Zehn der elf teilnehmenden Organisationen haben bereits entschieden, die 4-Tage-Woche dauerhaft beizubehalten oder das Pilotprojekt zu verlängern.
Relevanz für die Schweiz
Auch in der Schweiz wächst der Druck auf Arbeitnehmende, während Unternehmen händeringend nach Fachkräften suchen. Die nordische Studie beweist, dass das Modell der Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich gerade in modernen Dienstleistungs- und Wissensgesellschaften funktioniert. Es ist kein Rückzug aus der Leistung, sondern eine Neu-Organisation derselben.
In der Schweiz läuft aktuell eine Studie, um die Effekte der 4-Tage-Woche in Schweizer Organisationen zu erforschen. Aktuell befinden sich eine NGO, eine Firma auf dem Bau und eine Beratungs- und Software Firma in der Testphase, so wie eine Bank in der Vorbereitungsphase. Bei Interesse können Firmen auch weiterhin dazustossen.
Die wissenschaftliche Begleitung eines Pilotprojekts zur Vier-Tage-Woche zeigt nach sechs Monaten überwiegend positive Tendenzen bei der Belegschaft. Die Teilnehmenden berichten von einer deutlich verbesserten Work-Life-Balance, gesteigerter Arbeitszufriedenheit sowie einer Reduktion von arbeitsbezogenem Stress. Trotz verkürzter Arbeitszeit blieb die subjektiv wahrgenommene Produktivität hoch, was auf eine effizientere Selbstorganisation und die Optimierung von Arbeitsprozessen zurückgeführt wird. Während der interne Teamzusammenhalt durch gegenseitige Unterstützung gestärkt wurde, verdeutlichten die Ergebnisse jedoch auch die Notwendigkeit, Schnittstellen zwischen verschiedenen Abteilungen sorgfältig zu moderieren, um potenzielle Spannungen bei der Arbeitsverteilung zu vermeiden.
Über die Studie
Die Studie „4 Day Week Sverige & Norge“ wurde von Forschern der Universität Karlstad in Zusammenarbeit mit dem Boston College und 4 Day Week Global durchgeführt. Sie umfasste quantitative und qualitative Daten von über 250 Mitarbeitenden.
(Quelle: Medienmitteilung von 4 Day Week Suisse)
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